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Mittwoch, 28. Juni 2017

Die Zuflucht




Eine meiner großen Glaubensheldinnen ist die niederländische Christin Corrie ten Boom, die weltberühmt wurde, weil sie gemeinsam mit ihrer Familie während der Zeit der
deutschen Besetzung der Niederlande durch die Nazis 800 Juden vor dem Holocaust rettete und deshalb von den Nazis in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurde.

Corrie ten Boom wurde am 15. April 1892 in Amsterdam/Niederlande geboren. Ihr Vater Casper ten Boom führte ein Uhrmachergeschäft in Haarlem, und Corrie erlernte ebenfalls den Uhrmacherberuf, so dass sie 1924 sogar die erste Frau in den Niederlanden war, die ein Uhrmacher-Diplom erhielt. 

Alle Mitglieder der Familie ten Boom waren gläubige Christen und gehörten der Niederländisch-Reformierten Kirche an. So gab Corrie ten Boom Kindern in der Sonntagsschule Religionsunterricht und kümmerte sich mit liebevoller Hingabe besonders für geistig behinderte Kinder.

Als die Nazis 1940 die Niederlande überfielen und besetzten, stellte Familie ten Boom mit Entsetzen fest, wie die Nazis alle Juden in die Konzentrationslager verschleppen wollten. Die Familie ten Boom liebte jedoch die Juden, besonders auch deshalb, weil der Vater Casper ten Boom die Juden als "Gottes altes auserwähltes Volk" ansah und sie als "Augapfel Gottes" besonders liebte.

Eines Tages sagte Corrie ten Boom zu unserem geliebten Herrn Jesus Christus:

"Ich biete Dir mein Leben an zur Hilfe für die Juden, auch wenn ich dabei umkommen sollte."

So wurde das Haus der Familie ten Boom in Haarlem zur einer Zuflucht für die verfolgten Juden. Die Familie hatte in dem Haus hinter einer zusätzlichen Wand von Corries Schlafzimmer ein geheimes Versteck gebaut, in dem die Juden flüchten konnten, falls eine plötzliche Razzia durch die Nazis durchgeführt wurde. 

Doch dann wurde die Familie von einem Kollaborateur verraten.

Am 28. Februar 1944 stürmte die Gestapo das Haus der Familie ten Boom und verhaftete Corrie und ihre Schwester Betsie , sowie ihren Vater Casper, ihren Bruder Willem, ihre Schwester Nollie und ihren Neffen Peter.

Trotz intensiver Durchsuchung des Hauses durch die Gestapo fanden die Nazis jedoch nicht das geheime Versteck, in dem sich mehrere Juden voller Angst versteckt hielten. Diese Menschen konnten 47 Stunden später von niederländischen Widerstandskämpfern errettet werden.

Aber bei der Durchsuchung fanden die Nazis auch eine große Menge Lebensmittelkarten, die für die Ernährung der verfolgten Juden benötigt worden waren, und Materialien der niederländischen Widerstandsbewegung. So wurde die Familie verhaftet.

Zunächst wurde Corrie mit ihrer Schwester Betsie in ein Gefängnis eingeliefert, doch im September 1944 wurden die beiden Frau zusammen mit vielen Mitgefangenen von den Nazis nach Deutschland in das berüchtigte Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert.

In der Hölle dieses Konzentrationslagers mussten die Frauen täglich elf Stunden schwer arbeiten, bekamen jedoch nur sehr wenig zu essen und wurden grausam und unmenschlich behandelt.

Jeden Abend las Corrie den mitgefangenen Frauen in ihrer Baracke aus einer Bibel vor, die die Schwestern in das Konzentrationslager hatten schmuggeln können. Die beiden Schwestern erzählten den Frauen immer wieder vom Herrn Jesus Christus und Seiner tiefen Liebe und Seiner unergründlichen Barmherzigkeit. So kamen viele der mitgefangenen Frauen zu einem Glauben an den Herrn Jesus Christus und starben mit Seinem Namen auf den Lippen.

Immer wieder erlebte Corrie ten Boom, wie ihr Glaube in dieser Hölle zu zerbrechen drohte. Aber immer wieder erlebte Corrie auch, wie unser geliebter Heiland Jesus Christus ihrem Glauben half. Die beiden Schwestern erlebten immer wieder, wie Gott ihnen in diesem Konzentrationslager Seine Hilfe und Zuwendung erwies.

Im Dezember 1944 sagte Betsie eines Tages zu ihrer Schwester Corrie:

"Gott hat mir heute Nacht ein Haus gezeigt, in dem wir nach dem Krieg KZ-geschädigte Menschen aufnehmen sollen. Wir werden noch vor Jahresende das Lager verlassen. Wir müssen dann allen Menschen erzählen:

Kein Abgrund ist so tief, dass Gottes Liebe nicht hineinreicht.

Die Menschen werden es uns glauben, weil wir es selbst erfahren haben."

Zwei Tage später starb Betsie, die am Ende ihres Lebens nur noch Haut und Knochen gewesen war, im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Corrie jedoch wurde vier Tage später wie durch ein Wunder aus dem Lager entlassen. Später stellte sich heraus, dass Corrie nur durch einen Irrtum der Nazis entlassen worden war, und dass nur eine Woche nach Corries Entlassung alle Frauen ihres Jahrganges im Konzentrationslager Ravensbrück von den Nazis ermordet worden waren.

Corries Vater Casper überlebte seine Verhaftung ebenfalls nicht. Er starb nach 10 Tagen im Gefängnis von Scheveningen. Corries Bruder Willem erkrankte in der Haft an Tuberkulose und starb an den Folgen dieser Krankheit kurz nach dem Krieg. Auch Corries Neffe Christiaan überlebte seine Deportation in das Konzentrationslager Bergen-Belsen nicht und kehrte niemals zurück.

Nach dem Krieg ging jedoch Betsies Vision in Erfüllung:

Corrie ten Boom gründete ein Rehabilitationszentrum für die Opfer der Gewaltherrschaft der Nazis und setzte sich intensiv für die Versöhnung der Opfer und der Täter ein. In 33 Jahren bereiste sie 60 Länder und erzählte allen Menschen von ihrem Glauben an den Herrn Jesus Christus. Sie erzählte von ihren Leiden und von dem Tode ihrer geliebten Schwester Betsie in dem Konzentrationslager. Sie erzählte von ihrem eigenen Hass auf die Täter und von der Bitterkeit ihrer eigenen Unversöhnlichkeit. Und dann erzählte sie davon, wie unser Heiland Jesus Christus ihr geholfen hatte, diese Hölle zu überleben und ihren grausamen und sadistischen Peinigern zu vergeben. Auf diese Weise wurde Corrie ten Boom zu einer wahren Nachfolgerin unseres Erretters und Erlösers Jesus Christus.

Corrie ten Boom starb am 15. April 1983 - ihrem 91. Geburtstag - in Placentia/USA.

Der beeindruckende Film "Die Zuflucht" ("The Hiding Place") ist ein wirklich herzergreifender Film und erzählt die wahre Geschichte von Corrie ten Boom. Dieser amerikanische Spielfilm wurde 1975 von dem Regisseur James F. Collier nach Corries Buch "Die Zuflucht" gedreht.

Ich lege Dir, liebe Leserin, und Dir, lieben Leser, diesen Film wirklich ans Herz. Danach wirst Du verstehen, wie groß die Liebe unseres Heilandes Jesus Christus ist und wie unergründlich Seine Barmherzigkeit. Du wirst verstehen, was es bedeutet, zu vergeben.


Montag, 26. Juni 2017

Großer Gott, wir loben Dich




Eines meiner Lieblingslieder ist das wunderschöne deutsche Kirchenlied "Großer Gott, wir loben Dich", welches 1771 von Ignaz Franz nach dem "Te Deum laudamus" aus dem 4. Jahrhundert gedichtet wurde.

Die einprägsamen Melodien der beiden heute gängigen, leicht unterschiedlichen Fassungen gehen auf Johann Gottfried Schicht und Heinrich Bones zurück.

"Großer Gott, wir loben Dich" ist eines der wenigen ursprünglich katholischen Lieder, das auch häufig in der Evangelischen Kirche gesungen wird.

"Großer Gott, wir loben Dich" ist in seiner englischsprachigen Form "Holy God, we praise Thy Name" durch die deutschen Auswanderer in die USA auch dort zu einem der am weitesten verbreiteten Kirchenlieder geworden.

Das hier vorgestellte Video zeigt das Ende der Papstmesse in München anlässlich des Besuchs des deutschen Papstes Benedikt  XI. in Deutschland im September 2006.

Der Text lautet:


Großer Gott, wir loben Dich; Herr, wir preisen Deine Stärke.
Vor Dir neigt die Erde sich und bewundert Deine Werke.
Wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit.

Alles, was Dich preisen kann, Cherubim
und Seraphinen
stimmen Dir ein Loblied an; alle Engel, die Dir dienen,
rufen Dir stets ohne Ruh „Heilig, Heilig, Heilig“ zu.

Heilig, Herr Gott Zebaoth
! Heilig, Herr der Himmelsheere!
Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere
sind erfüllt von Deinem Ruhm; alles ist Dein Eigentum.

Der Apostel
heilger Chor, der Propheten
hehre Menge
schickt zu Deinem Thron empor neue Lob- und Dankgesänge;
der Blutzeugen
lichte Schar lobt und preist Dich immerdar.
Dich, Gott Vater auf dem Thron, loben Große, loben Kleine.
Deinem Eingebornen Sohn singt die heilige Gemeinde,
und sie ehrt den Heilgen Geist
, der uns Seinen Trost erweist.

Du, des Vaters Ewger Sohn, hast die Menschheit angenommen,
bist vom hohen Himmelsthron zu uns auf die Welt gekommen,
hast uns Gottes Gnad gebracht, von der Sünd uns frei gemacht.

Durch Dich steht das Himmelstor allen, welche glauben, offen;
Du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf Dich hoffen;
 Du wirst kommen zum Gericht, wenn der letzte Tag anbricht.

Herr, steh Deinen Dienern bei, welche Dich in Demut bitten.
Kauftest durch Dein Blut uns frei, hast den Tod für uns gelitten;
nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu Dir in den Himmel auf.

Sieh Dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, Dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Alle Tage wollen wir Dich und Deinen Namen preisen
und zu allen Zeiten Dir Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott!

Herr, erbarm, erbarme Dich. Lass uns Deine Güte schauen;
Deine Treue zeige sich, wie wir fest auf Dich vertrauen.
Auf Dich hoffen wir allein: Lass uns nicht verloren sein.


 

Sonntag, 25. Juni 2017

Einladung zur Herz-Mariä-Sühne-Andacht am 1. Juli 2017 in Düsseldorf

In der Marienbasilika zu Kevelaer

An jedem ersten Samstag im Monat findet in der Kapelle des Sankt-Martinus-Krankenhauses in Düsseldorf-Bilk eine Herz-Mariä-Sühne-Andacht statt. Die Anbetungs-Stunden in Düsseldorf beinhalten die Eucharistische Anbetung, eine Andacht und den Rosenkranz zu Ehren des Unbefleckten Herzen Mariens. Es gibt eine Beichtgelegenheit, und es findet eine Heilige Messe statt.
Am Samstag, den 1. Juli 2017, findet die siebte Herz-Mariä-Sühne-Andacht des Jahres 2017 statt. Liebe Leserin, lieber Leser, Du bist herzlich eingeladen!
                          
Hier sind die weiteren Termine für das Jahr 2017:
5. August
9. September (Am 02.09.2017 findet in Düsseldorf der Gebetstag "Die Frau aller Völker" statt)
7. Oktober
4. November
2. Dezember


Ort:
St. Martinus-Krankenhaus
Kapelle
Gladbacher Str. 26
Düsseldorf-Bilk


Das Krankenhaus ist zu erreichen mit den Linien 704 und 709, Haltestelle Ausstieg "Bilker Kirche".
Zeit:
Beginn: 17.30 Uhr
Ende:    20.30 Uhr

Nähere Auskunft unter der Rufnummer 0211/879 615 39 (Gebetsstätte zum Barmherzigen Jesus in Düsseldorf).


In der Kapelle des Sankt-Martinus-Krankenhauses zu Düsseldorf

Samstag, 24. Juni 2017

Über die Liebe

Jesus Christus allein ist die Liebe und Barmherzigkeit

Liebe verdoppelt die Kräfte;
sie macht erfinderisch,
macht innerlich frei und froh.
 
(Seliger Pater Engelmar Unzeitig, 1911-1945)

Freitag, 23. Juni 2017

Weihe an das Heiligste Herz Jesu

Herz-Jesu-Statue in der Peter-und-Paul-Kirche zu Krakau in Polen

Am heutigen Tage feiert die Katholische Kirche das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Dieses Fest wird jedes Jahr am zweiten Freitag nach Fronleichnam beziehungsweise am dritten Freitag nach Pfingsten gefeiert.

Unser geliebter Herr Jesus Christus erschien am 27. Dezember 1673 der französischen Heiligen Margareta Maria Alacoque und beauftragte sie, sich für die Verehrung Seines Göttlichen Herzens einzusetzen.

In den folgenden eineinhalb Jahren folgten drei weitere Visionen, in denen unser Heiland Jesus Christus der Heiligen auftrug, sie möge sich dafür einsetzen, dass jeder erste Freitag im Monat und der zweite Freitag nach dem Fronleichnamsfest der besonderen Verehrung Seines Heiligsten Herzens gewidmet sein solle.


So erschien der Herr Jesus Christus dieser Heiligen auch in der Fronleichnamsoktav am 19. Juni des Jahres 1675, als sie vor dem Tabernakel kniete und den Herrn anbetete. Jesus zeigte ihr Sein Herz und sprach:

"Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass Es nichts gespart hat, um Sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange Ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was Mich aber am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit Es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und Ich verspreche dir, dass Mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluss Seiner Liebe fühlen lassen wird, die Es verehren, und die sorgen, dass Es auch von andern verehrt werde."

Jesus Christus, der allein die Liebe und Barmherzigkeit ist, schenkte in einer Vision der Heiligen Margareta Maria Alacoque folgende große Verheißung, die für jeden Menschen gilt, der den Worten Jesu vertraut und sich in seinem Leben danach ausrichtet:

"Im Übermaß der Barmherzigkeit Meines Herzens verspreche Ich dir, dass Meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen (erster Freitag im Monat ist der Herz-Jesu-Freitag) neun Monate nacheinander würdig (im Stande der heiligmachenden Gnade) die Heilige Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewährt wird, so dass sie nicht ohne Empfang der Heiligen Sakramente sterben werden; Mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein."


Am 18. Mai 1856 führte Papst Pius IX. das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu auf Bitten der französischen Bischöfe für die ganze Kirche verbindlich ein.

 
Auch Papst Leo XIII. war ein großer Verehrer des Heiligsten Herzens Jesu. So weihte er am 11. Juni 1899 die gesamte Menschheit diesem Heiligsten Herzen unseres über alles geliebten Heilandes Jesus Christus.

Die offizielle Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesu hat den folgenden Text und ich lade Dich , liebe Leserin, und Dich, lieben Leser ein, dieses wunderschöne Gebet doch auch zu beten und Dich selbst dem Heiligsten Herzen Jesu zu weihen:


Süßester Jesu,
Erlöser des Menschengeschlechtes,
blicke gnädig auf uns,
die wir in tiefer Demut uns vor Deinem Altare niederwerfen.
Dir gehören wir,
Dein wollen wir sein.
Um aber noch fester mit Dir verbunden sein zu können,
siehe,
weiht sich ein jeder von uns heute
aus freien Stücken Deinem Heiligsten Herzen.
 Viele haben Dich nie gekannt,
viele haben Deine Gebote verachtet
und Dich verschmäht.
Erbarme Dich ihrer aller,
o gütigster Jesu,
und ziehe alle an Dein Heiliges Herz.
Du, o Herr,
sollst der König sein,
nicht bloß über die Gläubigen,
welche niemals von Dir abgewichen sind,
sondern auch über die verlorenen Söhne,
welche Dich verlassen haben.
Bewirke, dass diese zum Vaterhause zurückeilen
und nicht in Elend und Armut zu Grunde gehen.
Sei König über diejenigen,
welche Irrlehren verführt haben
oder welche Zwietracht (von Deiner Kirche) trennt,
und rufe sie zum Hort der Wahrheit
und zur Einheit des Glaubens zurück,
damit bald Ein Schafstall sei und Ein Hirt.
Sei endlich auch der König über diejenigen alle,
welche immer noch im alten Aberglauben des Heidentums leben,
und versage ihnen nicht die Befreiung aus der Finsternis
und die Berufung zu Deinem Eigentume im Lichte und Reiche Gottes.
Schenke, o Herr,
Deiner Kirche Freiheit, Ruhe und Sicherheit.
Schenke allen Völkern Frieden und Ordnung
und mache,
dass von Pol zu Pol der eine Ruf ertöne:
Gelobt sei das Göttliche Herz Jesu,
durch welches uns das Heil geworden;
Ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit.
Amen. 


Ein vollkommener Ablass wird unter den gewöhnlichen Bedingungen den Familienmitgliedern an dem Tag gewährt, an dem sie sich - wenn möglich unter Leitung eines Priesters oder Diakons - zum ersten Mal dem Heiligsten Herzen Jesu weihen, indem sie ein rechtmäßig approbiertes Gebet vor dem Bild des Heiligsten Herzens Jesu in frommer Gesinnung sprechen. Am Jahrestag wird ein Teilablass gewährt (vgl. Enchiridion indulgentarium 1999).


Das Herz Jesu - die wahre Mystik



Mittwoch, 21. Juni 2017

Sonnengesang des Heiligen Franziskus von Assisi




Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich möchte Dir eines der schönsten Gebete der Christenheit vorstellen:

"Der Sonnengesang" des Heiligen Franziskus von Assisi.

Dieses Gebet verfasste der Heilige Franziskus an seinem Lebensende, vermutlich Ende 1224 oder Anfang 1225. Der Hymnus gilt als das älteste Zeugnis italienischer Literatur. Mit seinem Gesang der Geschöpfe (Cantico delle Creature) bzw. seinem Gesang von Bruder Sonne (Cantico di Frate Sole) wollte der Heilige Franziskus die Menschen zum Lobpreis Gottes in all seinen Geschöpfen aufrufen, aber sie auch zur Annahme von Krankheit und Tod anregen.

Die Musik ist von Angelo Branduardi: "Il Cantico delle Creature".
Gesungen in deutscher Sprache: "Der Sonnengesang". 
Erschienen auf der CD "L'infinitamente piccolo" aus dem Jahr 2000.

Das faszinierende Video zeigt in wunderschönen Bildern den Franziskusweg von Florenz nach Assisi in Italien.

 
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
Dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, Dich zu nennen.

Gelobt seist Du, mein Herr,
mit allen Deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und Du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
Dein Sinnbild, o Höchster.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast Du sie gebildet,
hell leuchtend und kostbar und schön.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
durch das Du Deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es
und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das Du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um Deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von Dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

Gelobt seist Du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in Deinem Heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und sagt Ihm Dank und dient Ihm mit großer Demut.


Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich schließe mit dem Segen, den der Heilige Franziskus an Bruder Leo schrieb und den ich Dir von Herzen wünsche:


Der Herr segne und behüte Dich.
Er zeige Dir Sein Angesicht und erbarme Sich Deiner.
Er wende Dir Sein Antlitz zu
und schenke Dir den Frieden.
Der Herr segne Dich.
Der Herr gebe Dir den Frieden!